Wehrhanlinie-Bericht in punktum.betonbauteile

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Produkt:  Wandverkleidung in 6 U-Bahnhöfen
Planer:  Entwurf: Prof. Heike Klussmann, Architektur: Netzwerkarchitekten

Artikel aus punktum.betonbauteile:

Wehrhahn-Linie - Kunstwerk mit Betonwerkstein




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Es ist fast schon ein Ritterschlag: Eine neue U-Bahn-Linie in Düsseldorf wird zur Kunstmeile und eine unglaubliche Gestaltung mit Betonwerkstein spielt dabei eine der Hauptrollen. Ausgangspunkt der Planung war ein im Jahr 2001 ausgeschriebener Wettbewerb für die Gestaltung der neuen „Wehrhahn-Linie“ den das Büro netzwerkarchitekten aus Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Heike Klussmann gewonnen hat. Im Anschluss wurden fünf weitere Künstler eingebunden und das Projekt fortan in 15-jähriger kontinuierlicher Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren, Künstlern und der städtischen Verwaltung realisiert.
Das Gestaltungskonzept der 3,4 km langen Werhahn-Linie besteht aus zwei Komponenten, dem Kontinuum und den sogenannten Schnitträumen. Letztere verbinden die sechs Stationen mit dem Stadtraum der Oberfläche. Sie wurden von den sechs Künstlern individuell gestaltet - von einer Raumstation mit 3D-Animation bis hin zu Soundinstallationen mit Vogelgezwitscher. Das Kontinuum hingegen umfasst den gesamten U-Bahn-Tunnel und verbindet, ähnlich einer Schlange, die sich durch das Erdreich windet, die einzelnen Stationen unterirdisch mit einer wiederkehrenden Reliefstruktur. Die Wandverkleidung besteht aus rund 4.000 m², 30 mm starken, hellen Betonwerksteinplatten. Die gestreckten und gestauchten Rauten, insgesamt rund 6.700 Unikate in verschiedenen Variationen, sind netzförmig angeordnet. Für ihre Herstellung hat das Unternehmen Schwab Stein GmbH, Herrenberg, ein innovatives Produktionsverfahren entwickelt, das es ermöglicht, extreme Bauteilgeometrien ohne zusätzliche statische Bewehrung präzise zu fertigen.
Das Projekt stand auch im Mittelpunkt der mehrmonatigen Ausstellung im Kunstforum Aedes in Berlin. Direkt neben dem preisgekrönten Museum für Architekturzeichnungen im Szene- Stadtviertel Prenzlauer Berg zog die Ausstellung viele Besucher an. Dabei wurden die Betonwerksteinarbeiten nicht nur fachlich erklärt, sondern in einem Bildband der Stadt Düsseldorf dokumentiert und anhand zahlreicher Exponate und Fotoinstallationen ausgestellt. Ein gelungenes Beispiel für die Verbindung der grenzenlosen Gestaltungspotentiale von Betonwerkstein und modernem Kunstverständnis.

Literatur
„Wehrhahn-Linie“
Landeshauptstadt Dusseldorf, Kulturamt
21 x 28 cm, 240 Seiten,
125 farbige und 24 s/w Abbildungen,
Steifbroschur, gebunden
Sprachen: Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-7356-0249-7
40,00 Euro
Kerber Verlag, Bielefeld



Martin Möllmann (Dyckerhoff Weiss) und Ulrich Lutz (Geschäftsführer Betonverbände Baden-Württemberg im Architekturforum Aedes, Berlin)













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